KRITIS für den Mittelstand: Verfügbarkeit

von Hendrik Müller

Warum beschäftigen wir uns mit Verfügbarkeit?

Ein großer Teil der Geschäftsprozesse von Unternehmen, Organisationen, Behörden und Vereinen wird IT-gestützt abgebildet. Häufig wird bei neuen Prozessen zunächst auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit geachtet. In vielen Fällen entsteht innerhalb kurzer Zeit eine Geschäftsabhängigkeit vom IT-Prozess, die mit gelebten und nur selten dokumentierten Forderungen der Anwender einhergeht, beispielsweise:
  • Daten müssen immer verfügbar sein. 

  • Daten müssen unveränderlich sein. 

  • Daten müssen sofort wiederherstellbar sein. 
Auch die Anzahl und Abhängigkeit von nachgelagerten Prozessen wächst stetig. Führen wir keine Verfügbarkeitsprüfung und womöglich notwendige -erhöhung durch, haben wir sprichwörtlich auf Sand gebaut: Unser Geschäftserfolg hängt so bedeutend von IT-Prozessen ab, dass bereits bei einem kurzen Ausfall eines Teilprozesses erhebliche wirtschaftliche Schäden bis hin zur Geschäftsaufgabe eintreten können.
Gleichzeitig ist auch denkbar, dass wir aus falscher Sorge auch wenig wichtige Prozesse mit großem Aufwand verfügbar gestalten und damit wichtiges Investitionskapital in der Absicherung unwichtiger Prozesse binden. So schaden wir unserem wirtschaftlichen Erfolg ebenfalls.
Beide Fälle gilt es mit der richtig geplanten und umgesetzten Verfügbarkeit zu vermeiden. 
 
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Was verstehen wir unter Verfügbarkeit? 

In der Regel basieren IT-Prozesse auf drei Komponenten: 

  • Server, auf dem eine Anwendung betrieben wird. 

  • Netzwerk, über das Anwendungs-/Nutzerdaten ausgetauscht werden. 

  • Client, über den der Nutzer auf die Anwendung zugreift. 

Ein Ausfall jeder einzelnen Komponente hat einen Ausfall des Gesamtprozesses für den Nutzer zur Folge. 
Server bedienen in der Regel eine Vielzahl von Clients, bis zu mehreren Tausend Stück. Clients werden in den meisten Verfügbarkeitsbetrachtungen daher nicht als kritischer Punkt ausgemacht und weniger betrachtet. Eine Priorität liegt typischerweise auf dem Server und dem „Weg zu ihm“, also dem Netzwerk. 
Ein einfacher Weg zur Erhöhung von Verfügbarkeiten ist die redundante Auslegung der Komponenten. Wir sorgen also dafür, dass unsere Anwendung von mehreren Servern gleichzeitig angeboten wird, sodass der Ausfall eines einzelnen Servers wenig bis keine Auswirkung auf die Bereitstellung des IT-Prozesses hat. Ebenfalls erweitern wir die Anzahl an Netzwerkverbindungen zwischen Servern und Clients sowie den Servern untereinander mit demselben Ziel. 
Noch einfacher ist der Weg über rechenzentrumsbasierte Dienste wie Cloud Services. Hier garantieren uns die Anbieter Verfügbarkeiten, aus denen wir wählen können und für welche sie die Verantwortung tragen. 
 
 

Wie organisieren wir die für uns passende Verfügbarkeit? 

Um eine Über- wie auch Unterdimensionierung zu vermeiden, also die passende Verfügbarkeit einzurichten, muss diese erst einmal bekannt sein. Dafür nehmen wir geschäftskritische Prozesse inkl. möglicher Folgen bei Beeinträchtigung oder Ausfall auf und dokumentieren diese Ergebnisse. Weiterhin nehmen wir das IT-Inventar auf, ordnen es den geschäftskritischen Prozessen zu und erhalten auf diese Weise eine Dokumentation des IT-Risikoinventars.
Auf Basis von Herstellerangaben, Erfahrungswerten, zugeordneten Supportverträgen lassen sich nun Verfügbarkeiten des IT-Risikoinventars kalkulieren und damit auch Verfügbarkeiten der geschäftskritischen Prozesse. Besteht hier eine Diskrepanz zu den festgestellten Folgen von Beeinträchtigung oder Ausfall des Prozesses, kann eine Veränderung sinnvoll sein. 

MR SYSTEME nutzt für dieses Vorgehen standardisierte Prozessdokumentationen und Tools. 

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